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Am 21.08.2017 hat sich eine Sonnenfinsternis über
den gesamten nordamerikanischen Kontinent und den nördlichen
Teilen von Südamerika ereignet. Ich habe die Finsternis nahe
Jackson/Wyoming am Rande des Grand Teton National Park unter
optimalen Bedingungen beobachten können.
In der partiellen Phase ist gut
zu sehen, dass Sonnenflecken nicht wirklich schwarz sind, sondern
deutlich heller als der wirklich dunkle Mondrand, der nur durch
das aschgraue Licht der Erde erhellt wird. Letzteres erscheint
aber erst auf langbelichteten Aufnahmen während der Totalität.
Diamantring beim zweiten Kontakt
Korona HDR Komposit aus insgesamt
23 Einzelbildern
Protuberanzen beim dritten Kontakt

Diamantring beim dritten Kontakt
Um die äußere Korona und den
Übergang zum Zodiakallicht abzubilden, benutzte ich eine
modifizierte Canon 650D an einem 90mm f/2.8 Objektiv mit einem
ProPlanet 742 nm Infrarotfilter. Der Kontrast wurde mit einem
Larson-Sekanina Filter (30°, 10 Pixel) angehoben. Vorher wurden
die relativ starke Lensflares aus den
Aufnahmen per Hand entfernt. Im Bild links ist die Ekliptik durch
die diagonale gelbe Linie mit Marken im 2-Grad-Raster
eingezeichnet, im Bildzentrum wurde eine HDR-Aufnahme eingefügt.
Man erkennt die Ausdehnung vieler dünner Streamer und eines
diffusen Hintergrundes in die Ekliptikebene.

Ich habe auch ein
polarimetrisches Experiment durchgeführt.
1/2 s, ISO 100
Ich habe auch ein
Experiment zur Aufnahme fliegender
Schatten aufgebaut. 



Fisheye-Aufnahme, Peleng 8 mm
Fisheye f/5.6 auf Kodak ColorPlus 200 ISO
Negativfilm (Kodak 200-8), Belichtung 17.5 s um
17:35:22 UTC.Ich habe die Temperatur, Feuchtigkeit,
Helligkeit und Luftdruck gemessen, außerdem die
Himmelshelligkeit mit einem modifiziertem
SQM.
Auch hier steht die vollständige Auswertung noch aus. Weitere
Daten und Bilder werden in den kommenden Tagen hier
veröffentlicht.
Ein Klick auf die Grafiken zeigt eine vergrößerte Darstellung.
Verlauf
von Temperatur, Feuchte und Beleuchtungsstärke
(Umgebungshelligkeit) in der Zeit um die Finsternis.
Detail der Temperaturverläufe
während der zentralen Phase der Finsternis.
Der Luftdruckverlauf während der Finsternis.
Mit Hilfe eines Himmelshelligkeitsmessgeräts mit
gleichem Sensor wie das bekannte SQM habe ich die Helligkeit in
verschiedene Himmelsrichtungen gemessen und protokolliert. Es wurde
im Zenit (90° Elevation), in 15° und 45° Elevation in allen vier
Haupthimmelsrichtungen gemessen.
Links eine zeitlich höher
aufgelöste Grafik der Helligkeitsmessung in den zentralen 6 Minuten.
Mit App
Eclipse
2017, EclipseDroid für
Android oder AstroWin für
Windows kann man sich für jeden Ort genaue Daten der Finsternis
berechnen lassen. Hier ein Beispiel der Ausgabe von EclipseDroid,
aus dem Fenster für "Finsternisexperten":
Die Finsternis vom August 2017
gehört übrigens zum gleichen Saroszyklus
145
wie die Finsternis am 11.08.1999, die in Europa allerdings unter
schwierigen Wetterbedingungen sichtbar war. Das bedeutet, dass die
Finsternisse astronomisch sehr ähnliche Bedingungen aufweisen, mit
ähnlichen Größenverhältnissen von Sonne und Mond am Himmel und
damit ähnlicher Finsternisdauer. Alle Finsternisse diese Zyklus
finden im aufsteigenden Knoten der Mondbahn statt (Grüne
Markierung in der Grafik links. In einer Saros-Serie tritt im
Schnitt alle 18 Jahre und 11 1/3 Tage eine Finsternis auf. Je nach Anzahl
der Schaltjahre und nach Kreuzung der Datumslinie kann der
Wert zwischen 18 Jahren und 10 bis 12 Tagen variieren. Die
Saros-Serie begann im Jahr 1639 mit 14 partiellen Finsternissen,
es folgten eine schmale ringförmige sowie eine hybride Finsternis.
Die folgenden 41 Finsternisse waren bzw. sind total, dann folgen
noch 20 partielle Finsternisse, bis der Zyklus im Jahr 3009 enden
wird. Rechts sehen Sie eine grafische Darstellung des Saroszyklus
in Form einer "Sarosschlange". Zum Vergrößern der Grafik einfach
das Bild anklicken. Es wurde mit meiner Windows-Software Sarosportrait berechnet. Es sind
stets mehrere Saroszyklen aktiv, beispielsweise umfasst der Zyklus
139 die kommende Finsternis am 08.04.2024
in den USA und Kanada. Deren Vorläufer war die Finsternis im
Mittelmeerraum am 20.03.2006.![]()
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