DR. MED. DENT. WOLFGANG STRICKLING Die Vorbeugung (Prophylaxe)Jede Diskussion und jeder Kongress, der das Für und Wider der Füllungsmaterialien zum Thema hat, endet mit der tiefschürfenden Weisheit, dass der eigene gesunde Zahn doch immer noch der Beste ist. Sie und Ihr Zahnarzt können einiges machen, damit Ihre Zähne ein Leben lang gesund bleiben!
Zähne können durch Karies
(Zahnfäule) oder Parodontitis ("Parodontose") geschädigt
werden. Eine Zahnbettentzündung, die Parodontitis, entsteht durch die Bakterienbeläge und deren Verkalkungsprodukt, den Zahnstein. Beide reizen das Zahnfleisch zur Entzündung, die sich dann in den Kieferknochen ausbreiten kann und zur Bildung von Zahnfleischtaschen, zu Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang, Lockerung der Zähne und Mundgeruch führt. Die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen Karies ist sicher eine zahngesunde Ernährung. Wer sich nicht gesund ernährt, dessen Zähne haben kaum eine Chance, allen anderen Bemühungen zum Trotz. Lesen und beherzigen Sie meine Ernährungstipps, dann sind schon zwei Drittel gewonnen! Neben der Ernährung ist die zweite Säule der Vorbeugung eine zweckmäßige Mundhygiene. Auch wenn viele Leute täglich mehrmals ihre Zähne putzen, so lässt die Effizienz doch oft zu wünschen übrig. Um eine Parodontitis zu vermeiden, ist eine optimale Mundhygiene sogar die wichtigste Säule der Prophylaxe. Das dritte klassische Standbein der Kariesprophylaxe ist die Flouridierung des Zahnschmelzes. Durch Flourid wird der Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen die Säureattacken der Bakterien und der Bakterienstoffwechsel wird durch Fluoride gehemmt. Da man hierzulande durch die Ernährung ähnlich wie beim Jod weniger Fluorid aufnimmt, als wünschenswert ist, kann man Fluoride direkt auf die Zähne bringen in Form von Fluoridgel, spezieller hochkonzentrierter Fluoridzahnpasta oder als Flouridlösung. Das ist in Apotheken zu bekommen und für Jugendliche und Erwachsene empfehlenswert. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrem Zahnarzt beraten! Man kann außerdem dafür sorgen, dass in der Zahnbildung bei Kindern ausreichend Flourid aufgenommen wird. Hierzu eignet sich Benutzung von flouridiertem Kochsalz und altersgemäß fluoridierter Zahnpasta. Alternativ dazu (nicht ergänzend!) kann man den Kindern Fluoridtabletten (Fluoretten® oder Zymafluor®) geben. Bis zum 16. Lebensjahr können sie in der altersentsprechenden Dosierung von Ihrem Zahnarzt auf Kassenrezept verordnet werden. Neben diesen allgemeinen Vorbeugungsmaßnahmen kann Ihr Zahnarzt spezielle Vorbeugungsprogramme anbieten. Neben den obligaten halbjährlichen Routinekontrollen kommen hier Maßnahmen der Individualprophylaxe in Betracht. Diese umfassen die Aufklärung über Ursachen von Karies und Parodontitis, die Kontrolle der Mundhygiene, die Munddesinfektion sowie die Fluoridierung und die Versiegelung der Zähne. Leider werden diese Maßnahmen nur zum Teil von den gesetzlichen Kassen und auch nur bei Kindern zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr bezahlt, allen Absichtserklärungen der Krankenkassen zum Trotz, es solle auch Erwachsenen die Individualprophylaxe erstattet werden. Zur Individualprophylaxe zählt auch der Speicheltest, der von einigen Zahnärzten verkauft wird. Allerdings sind deren Resultate nicht allein für sich zu bewerten sondern immer nur mit dem klinischen Befund und der Erfahrung des Zahnarztes. Insofern haben sie zwar eine gewisse wissenschaftliche Bedeutung im Rahmen statistischer Untersuchungen, ob sie jedoch für den einzelnen Patienten von Nutzen sind, bleibt fraglich... Unstrittig ist dagegen der Nutzen der professionellen Zahnreinigung, die zwar auch nicht von den Krankenkassen erstattet wird, die aber speziell bei Parodontitispatienten eine wichtige Bedeutung hat. Aber selbst wer nicht an Parodontose erkrankt ist, sollte regelmäßig alle sechs Monate beim Zahnarzt den Zahnstein entfernen lassen, was noch von den Krankenkassen bezahlt wird. Im Rahmen einer Munddesinfektion kann man versuchen, schädliche Bakterien aus der Mundhöhle zu eliminieren und damit das Parodontose- und Kariesrisiko zu senken. Dieses ist besonders empfehlenswert für Eltern junger Kinder, um das "Anstecken" der Kinder mit Karies zu vermeiden oder zumindest möglichst lange hinauszuzögern. Speziell Eltern, die eine starke Kariesaktivität haben, ist eine solche Behandlung sehr anzuraten, damit die Kinder es später besser haben. Andere Prophylaxemaßnahmen, wie z. B. die Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen, sollten Sie für Ihre Kinder wahrnehmen, wo immer es möglich ist. Dadurch werden die Kinder zu Mundhygienemaßnahmen oder Fluoridierungen angeleitet und Eltern und Kinder über Krankheitsursachen und deren Vermeidung aufgeklärt. Nutzen Sie Elternabende in Schulen und Kindergärten!
© Ihr Zahnarzt: Dr. Wolfgang Strickling Markt 14, 45721 Haltern am See Tel.: 0 23 64 / 16 99 97
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